Als ich 2014 zum ersten Mal nach Japan gereist bin, hatte ich einen klaren Plan: kein Sushi. Was damals nach einer seltsamen Entscheidung klingt, war für mich der Startpunkt einer kulinarischen Entdeckungsreise, die ich bis heute nicht missen möchte. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine ersten Schritte durch Japans Esskultur und zeige dir, was ich dabei erlebt und gelernt habe.
Der erste Bissen: Takoyaki in Akihabara und eine Bulette in Harajuku
Mein erstes Ziel in Japan war Akihabara, und dort bin ich zum ersten Mal mit Takoyaki in Berührung gekommen. Das sind kleine Teigbällchen, gefüllt mit Tintenfischstücken, und ich habe mir eine Portion mit Ei-Sauce organisiert. Was dann passiert ist, kennen wahrscheinlich viele: Ich habe den ersten Takoyaki einfach komplett in den Mund gesteckt. Die Dinger sind von innen noch kochend heiß, wenn man sie nicht vorher kurz öffnet und ausdampfen lässt. Ein klassischer Anfängerfehler, den ich danach nie wieder gemacht habe.
Eine zweite kulinarische Überraschung erlebte ich in Harajuku. Dort habe ich einen Laden entdeckt, in dem wirklich verlockende Buletten im Schaufenster lagen. Mich hat sofort die Frage beschäftigt, wie man sowas eigentlich mit Stäbchen essen soll. Also bin ich rein, habe mir einen Bowl geholt und eine japanische Bulette getestet. Die Konsistenz war unglaublich fluffig, und mit den Stäbchen ließ sie sich problemlos zerteilen. Dazu habe ich zum ersten Mal japanisches Salatdressing probiert und bin bis heute ein riesiger Fan davon.
Ramen am SkyTree und Mos Burger als Fastfood-Erlebnis
Mein erstes echtes Ramen habe ich in Japan in Sumida beim SkyTree gegessen. Dort gibt es einen Foodcourt, der auch heute noch existiert und eine große Auswahl an japanischen Gerichten bietet. In diesen Foodcourt kehre ich auch heute noch immer wieder zurück, wenn ich in der Gegend bin. Das Ramen dort war für mich der Einstieg in ein Gericht, das inzwischen neben Sushi wohl das bekannteste japanische Essen geworden ist.
Neben Ramen wollte ich unbedingt auch japanisches Fast Food testen. McDonald's oder Burger King kamen für mich dabei nicht in Frage, ich wollte etwas typisch Japanisches. So bin ich auf Mos Burger gestoßen. Mein erster Burger dort war ein Teriyaki Burger, damals in Deutschland eine absolute Rarität. Was ich erst später erfahren habe: Mos Burger verwendet bewusst natürliche Zutaten, weshalb die Portionen etwas kleiner ausfallen, aber preislich mit den amerikanischen Ketten mithalten.
Maid Café, Soba Nudeln und Onigiris: Drei Entdeckungen abseits der Hauptgerichte
Auf meiner ersten Reise stand auch ein Maid Café auf dem Programm, und natürlich wollte ich dort auch das Essen probieren. Ich habe ein Katsu-Chicken in Bärenform bestellt und war damals wirklich begeistert. Heute würde ich sagen: Die Qualität ist so lala. Optisch ist das, was in einem Maid Café serviert wird, immer ein Highlight, auch die Eisbecher sind schön gestaltet. Für richtig herzhafte Mahlzeiten würde ich aber lieber woanders hingehen.
Ein Gericht, das ich bis dahin überhaupt nicht kannte, waren Soba Nudeln. Ich habe sie zum ersten Mal in einem Onsenbad gegessen, das einen integrierten Foodcourt hatte. Die Soba selbst waren lecker, das Onsen selbst konnte ich aber nicht wirklich genießen, weil ich keine Ahnung hatte, wie das Ganze funktioniert, und mich nicht in die warmen Becken getraut habe. Ebenfalls auf dem Speiseplan standen Onigiris. Das war 2014 in Deutschland nahezu unbekannt, außer vielleicht für Menschen, die in Düsseldorf in japanischen Läden eingekauft haben.
Drei Tipps für deine kulinarische Reise nach Japan
Wenn ich heute mit Japanern über Essen spreche, fragen mich die meisten, was mein Lieblingsgericht ist, und erwarten natürlich Sushi als Antwort. Mein aktuelles Lieblingsgericht in Japan ist aber japanisches Curry. Das ist ein echtes Eisbrechergericht: Japaner sind immer begeistert, wenn ein Ausländer sagt, dass er japanisches Curry mag. Deshalb mein erster Tipp: Suche dir ein solches Eisbrechergericht, wenn du mit Japanern ins Gespräch kommen möchtest, und verzichte dabei bewusst auf Sushi.
Mein zweiter Tipp gilt besonders für größere Gruppen: Nutze Foodcourts. Jeder kann sich dort von den einzelnen Ständen holen, worauf er Lust hat, und man sitzt trotzdem gemeinsam. Dritter Tipp: Probiere unbedingt die japanischen Fastfood-Ketten aus, zum Beispiel Coco Ichibanya oder Sukiya. Das Essen ist preiswert, schmeckt wirklich gut, und man kann sich Portionsgrößen individuell zusammenstellen.
Mein persönlicher Tipp: Bestell beim ersten Japan-Besuch japanisches Curry. Es ist preiswert, überraschend lecker und sorgt garantiert für ein echtes Gespräch mit Einheimischen.
Jetzt bist du gefragt: Welches japanische Gericht magst du am liebsten oder möchtest du auf deiner nächsten Reise unbedingt probieren? Schreib es gerne in die Kommentare!
Bleib auf dem Laufenden!
- YouTube: Abonniere hier meinen Kanal für regelmäßige Japan-Updates: Kanal abonnieren
- WhatsApp-Kanal: Für exklusive Einblicke hinter die Kulissen von Inspired by Japan folge uns hier: WhatsApp-Kanal beitreten
FAQ – Japanisch essen als Anfänger
Warum sollte man in Japan nicht nur Sushi essen?
Sushi ist zwar das bekannteste japanische Gericht im Ausland, aber Japan bietet eine riesige kulinarische Vielfalt. Wer bewusst auf Sushi verzichtet, entdeckt Gerichte wie Takoyaki, Ramen, japanisches Curry oder Soba Nudeln, die mindestens genauso lecker sind und oft authentischere Einblicke in den japanischen Alltag geben.
Was sind Takoyaki und wie isst man sie richtig?
Takoyaki sind kleine Teigbällchen, die mit Tintenfischstücken gefüllt und mit verschiedenen Saucen wie Ei-Sauce übergossen werden. Wichtig beim Essen: Die Bällchen sind frisch zubereitet sehr heiß von innen. Am besten erst kurz öffnen und ausdampfen lassen, bevor man reinbeißt, um sich nicht den Mund zu verbrennen.
Was ist japanisches Curry und warum eignet es sich als Eisbrechergericht?
Japanisches Curry ist ein mildes, herzhaftes Gericht, das sich deutlich von indischen oder thailändischen Currys unterscheidet. Es gilt unter Japanern als typisches Komfortessen. Ausländer, die japanisches Curry als ihr Lieblingsgericht nennen, sorgen bei Einheimischen regelmäßig für Begeisterung, was es zu einem idealen Gesprächseinstieg macht.
Was ist Mos Burger und was unterscheidet ihn von amerikanischen Fastfood-Ketten?
Mos Burger ist eine japanische Fastfood-Kette, die für den Einsatz natürlicher Zutaten bekannt ist. Das Angebot umfasst unter anderem Teriyaki Burger, die in Deutschland lange kaum erhältlich waren. Da die Kette auf natürliche Zutaten setzt, sind die Portionen etwas kleiner als bei amerikanischen Ketten, der Preis bleibt aber vergleichbar.
Lohnt sich ein Maid Café in Japan kulinarisch?
Maid Cafés sind vor allem für ihr optisches Konzept bekannt: Das Essen wird besonders niedlich zubereitet und serviert, zum Beispiel als Katsu-Chicken in Tierform oder in aufwendig gestalteten Eisbechern. Kulinarisch ist die Qualität eher durchschnittlich. Ein Besuch lohnt sich vor allem für das Erlebnis, für herzhafte Mahlzeiten empfiehlt sich ein anderes Lokal.
Was sind Soba Nudeln und wo kann man sie in Japan probieren?
Soba sind dünne Buchweizennudeln, die warm oder kalt serviert werden. Man findet sie in vielen Restaurants und Foodcourts in ganz Japan, unter anderem auch in Onsenbädern, die einen integrierten Foodcourt haben. Sie sind eine leckere und günstige Alternative zu Ramen.
Was sind Onigiris und warum sind sie ein typisches japanisches Convenience Food?
Onigiris sind geformte Reisbällchen, oft dreieckig, die mit verschiedenen Füllungen wie Lachs, Thunfisch oder Pflaume erhältlich sind. In Japan bekommt man sie in fast jedem Convenience Store wie 7-Eleven oder FamilyMart. Sie sind günstig, sättigend und ideal für unterwegs.
Warum sind Foodcourts in Japan besonders empfehlenswert für Reisegruppen?
In japanischen Foodcourts, wie etwa dem bekannten Foodcourt in Sumida beim SkyTree, gibt es viele verschiedene Stände unter einem Dach. Jeder in der Gruppe kann sich das holen, worauf er gerade Lust hat, und trotzdem sitzt man gemeinsam. Das macht Foodcourts besonders praktisch, wenn Geschmäcker und Vorlieben auseinandergehen.
Welche japanischen Fastfood-Ketten lohnen sich für Reisende?
Besonders empfehlenswert sind Coco Ichibanya, eine Kette spezialisiert auf japanisches Curry, sowie Sukiya, bekannt für Gyudon (Rindfleisch-Reisschüsseln). Beide Ketten bieten preiswerte Mahlzeiten in verschiedenen Portionsgrößen, die sich individuell zusammenstellen lassen.
Wie unterscheidet sich japanisches Essen vom Bild, das viele im Ausland davon haben?
Viele Menschen im Ausland verbinden Japan kulinarisch fast ausschließlich mit Sushi. Tatsächlich ist die japanische Esskultur aber extrem vielfältig und umfasst Gerichte wie Ramen, Curry, Takoyaki, Soba, Onigiri und vieles mehr. Ein Japan-Besuch ist die beste Möglichkeit, diese Vielfalt selbst zu entdecken.
0 Kommentare